Impressionen eines Wintermorgens

12 Jan

Gelassenheit steht scheinbar ganz groß auf den meisten Fahnen. Aber wenn kein Lüftchen weht bewegt sich auch keine Fahne. Oder doch? Wahrscheinlich nur in der eigenen Welt. Heute war wieder einer dieser Morgen die dem Tag so einen schönen, unentspannten, unfreundlichen und einfach unendlich nervenden cholerischen Touch verleihen. Respekt denen die sich selbst als Choleriker betiteln. Das wäre nicht’s für mich.

Aber wahrscheinlich sticht man eher aus der Masse hervor wenn man sich mal mehr, mal weniger unter Kontrolle hat. Cholerische Intervalle in Form von nervenden Autofahrern. Vorfahrtnehmend und drängelnd unterwegs, doch wohin? Die Energie die man eigentlich für die Bewältigung eines erfolgreichen Werktags benötigt wird scheinbar leichtfertig verschossen, Kanonen auf Spatzen. Perlen vor die Säue, nur anders. Anders, durch eine fremde Art der Wahrnehmung die mich nicht ahnungslos, sondern fassungslos nach vorne blicken lässt. Es lebe der Weitblick. Gerne würde ich ihn teilen, wenn man mich fragt. Gerade in maritimer Sicht könnte M-V definitiv etwas mehr Weitblick gebrauchen. Pläne sollten nicht nur gemacht geschmiedet werden, sie sollten auch aufgehen. Egal, heute habe ich wieder Weitblick bewiesen und bin dem netten “Herren”, in seinem umgebauten Polo der 1. Generation mit Tuning-Kit und Spoiler, nicht hinten ins Auto gefahren nachdem er mir die Vorfahrt nahm. Zwei Gedanken gingen mir durch den Kopf. Warum kann man nicht nach links oder rechts gucken, am Besten beides? Und warum stecken Menschen ihr Geld in ein Auto das älter ist als sie selbst und wahrscheinlich auch den nächsten Geburtstag überstehen wird? Gelassen und entspannt zu fahren wird von mir sehr begrüßt, aber zu viel des Guten übersteigt echt alles. Die innere Uhr fungiert auch als Wecker, oder bin ich ein Einzelfall? Sei es drum, ich habe gutes Reaktionsvermögen bewiesen und dem Polo-Fahrer sein Heiligtum vor großem Schaden bewahrt. Vielleicht wird es mir ja mal gedankt. Wenn nicht, auch egal. An höhere Gewalt glaube ich eh nicht. Mir war es wichtig gut anzukommen, nein, nicht auf das Leben bezogen. Heute einfach banal auf den Tag und das mir auferlegte Ziel. Im Leben ankommen, auch wichtig, würde wohl aber den starren Rahmen dieses Blogs sprengen. So hoffe ich auf einen baldigen Feierabend, viele Leser und eine entspannte Heimfahrt. Wer kommt mit?

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2 Antworten

  1. Maria sagt:

    Also meine Heimfahrt war weniger entspannt, aber der Feierabend ist da! Und den werd ich jetzt auch genießen..

    Mich als Leser hast Du auf jednefall gewonnen

    somit wünsche ich Dir einen schönen Feierabend :)

  2. Eric sagt:

    Genau so eine Situation hatte ich heute Morgen auch! Unglaublich wie einige Leute, vor allem am frühen Morgen, Auto fahren. Diesmal war es zwar kein Polo, aber ein mindestens genau so schöner 3′er BMW.
    Ich bin auf jedenfall froh, dass ich heile, auf das Leben bezogen, angekommen bin.

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